Foto: KAB Alex­ander Kolbow

KAB-Gespräch zum Sonntagsschutz mit Bundesratspräsident Bodo Ramelow

Würzburger Sonntags-Picknickdecke auf den Stufen des Erfurter Doms präsentiert

Erfurt/Würzburg 3.März 2022 — Die Katho­li­sche Arbeit­nehmer-Bewe­gung (KAB) hat bei einem Gespräch mit Bundes­rats­prä­si­dent Bodo Ramelow darauf aufmerksam gemacht, dass der arbeits­freie Sonntag auch in Zukunft geschützt werden muss. Aufgrund der Corona-Pandemie fand das Gespräch von Ramelow und  den rund 40 KAB-Vertre­te­rinnen und Vertre­tern vor der Thürin­gi­schen Staats­kanzlei in Erfurt unter freiem Himmel statt. An dem Gespräch nahmen auch vier Verant­wort­liche aus dem KAB-Diöze­san­ver­band Würz­burg teil. Im Beisein von Bundes­rats­prä­si­dent Ramelow wurde vor der Thürin­gi­schen Staats­kanzlei die 50 Quadrat­meter große Sonn­tags-Pick­nick­decke aus dem KAB-Diöze­san­ver­band Würz­burg ausge­breitet. Die Pick­nick­decke wurde während des Akti­ons­jahres 1.700 Jahre arbeits­freier Sonntag von Ehren­amt­li­chen in der KAB als Sinn­bild für den freien Sonntag gestaltet.

Bundes­rats­prä­si­dent Ramelow: „Der arbeits­freie Sonntag ist keine Selbstverständlichkeit“ 

Bundes­rats­prä­si­dent Ramelow steht als beken­nender Christ und Gewerk­schafter an der Seite der Sonn­tags­schützer. In dem Gespräch mit der KAB macht er deut­lich: „Eine Welt ohne Sonntag würde bedeuten, dass jeder Tag Alltag ist und in dieser Welt möchte ich nicht leben“. Außerdem stellte er fest: „Wir müssen die Menschen wieder darauf aufmerksam machen, was sie alles für selbst­ver­ständ­lich halten. Der arbeits­freie Sonntag ist keine Selbst­ver­ständ­lich­keit. Daran wird gebohrt“. Für laute Lacher sorgte Ramelow, als er auf die Frage einer Jour­na­listin nach seiner persön­li­chen Sonn­tags­be­schäf­ti­gung mit „Chillen!“ antwor­tete. Dann führte er dazu aus, dass er es genießt, wenn er nach dem Sonn­tags­got­tes­dienst mit seinem Hund in Ruhe im Wald spazieren gehen kann.

Wie stellt sich die Kirche zur Sonntagsöffnung? 

Bei einer Podi­ums­dis­kus­sion am Vormittag machte der Leiter des Katho­li­schen Büros in Thüringen, Dr. Claudio Kull­mann, deut­lich, dass auch die Haltung der Katho­li­schen Kirche keines­falls immer einheit­lich und eindeutig sei. „Zwischen den verschie­denen Katho­li­schen Büros war die Diskus­sion sehr intensiv“, erklärte Dr. Kull­mann im Gespräch mit den KAB-Vertre­te­rinnen und Vertre­tern. Er selbst vertrat die Auffas­sung, dass die Corona-Pandemie sich nicht als Grund für die Auswei­tung der Sonn­tags­ar­beit eignen würde. „Aber es gab auch Kollegen, die in dieser Frage eine andere Meinung vertraten“, so Dr. Kull­mann weiter. Deshalb forderte Dr. Kull­mann die Vertreter der KAB dazu auf, sich aktiv bei den Katho­li­schen Büros für den Schutz des arbeits­freien Sonn­tags einzusetzen.

Gaby Walter aus Egen­hausen (Land­kreis Schwein­furt) näht bundes­weit größte Sonntags-Picknickdecke

Stolz zeigen sich die vier Vertre­te­rinnen und Vertreter der KAB aus der Diözese Würz­burg. Mit rund 1.000 Patch­work­teilen und 50 Quadrat­me­tern haben sie die bundes­weit größte Sonn­tags-Pick­nick­decke nach Erfurt mitge­bracht. Teil der Würz­burger Dele­ga­tion ist auch Gaby Walter (KAB Egen­hausen, Land­kreis Schwein­furt). Die Pfle­ge­fach­kraft aus dem Land­kreis Schwein­furt setzt sich in der KAB aktiv für den Schutz des Sonn­tags ein und nähte alle Pick­nick­de­cken­teile mit ihrer Nähma­schine in wochen­langer Detail­ar­beit zusammen. „Mir war es wichtig, dass wir mit der Sonn­tags-Pick­nick­decke ein öffent­li­ches Zeichen für den Sonn­tags­schutz setzen. Ich freue mich, dass unsere Decke eine so große Öffent­lich­keits­wir­kung erzeugt und sogar beim Präsi­denten des Bundes­rats mit dabei ist“, so Gaby Walter.

KAB-Diöze­san­ver­band Würz­burg im Gespräch mit Bischof Dr. Franz Jung

Am 17. März 2022 stellt sich der am 2. Oktober 2021 neu gewählte KAB-Diöze­san­vor­stand bei Bischof Dr. Jung vor. Bei dem Gespräch wollen Theresia Erdmann (KAB Obernau, KAB Stadt- und Kreis­ver­band Aschaf­fen­burg), Robert Reisert (KAB Hörstein, KAB Stadt- und Kreis­ver­band Aschaf­fen­burg) und Diakon Peter Hart­laub (KAB-Diöze­san­ver­band) auch auf die Bedeu­tung des Schutzes des arbeits­freien Sonn­tags hinweisen. „Das Eintreten für den Sonn­tags­schutz ist eine der Bastionen, in denen wir als Kirche große Glaub­wür­dig­keit haben“, ist der KAB Diöze­san­vor­sit­zende Robert Reisert überzeugt.

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