Bayern: Vervielfachung der Sonntagsöffnungen droht

KAB: Kulturgut wird leichtfertig aufs Spiel gesetzt

04.08.2021 Sonntagsallianz — Mit deutlichen Worten hat der bayerische KAB-Landesvorsitzende Peter Ziegler das Ansinnen der CSU nach mehr Sonntagsöffnungen zurückgewiesen,

Die CSU Bayern plant eine konzer­tierte Aktion gegen den Sonntag!”, resü­miert der KAB-Landes­vor­sit­zende Bayern, Peter Ziegler.  Ziegler konsta­tiert, dass die CSU mit allen Rege­lungen breche. Damit droht eine Verviel­fa­chung der Sonn­tags­öff­nungen, weil es keine räum­liche Begren­zungen der Laden­öff­nungen geben wird.”

Im Zuge der Bundes­tags­wahl plant die CSU eine Abkehr vom Sonn­tags­schutz. Im deut­li­chen Gegen­satz zu den Landes­po­li­ti­kern planen die Bundes­po­li­tiker inner­halb der baye­ri­schen Regie­rungs­partei einen tief­grei­fenden Einschnitt in den Sonn­tags­schutz.
Aktuell gilt auch in Bayern weiterhin das Bundes­ge­setz zur Laden­öff­nung. Darin ist neben der Beschrän­kung auf vier verkaufs­of­fene Sonn­tage im Jahr auch der verpflich­tende Bezug zu einer histo­ri­schen oder kultu­rellen Veran­stal­tung vorge­schrieben. Dies führt aktuell dazu, dass bei weitem nicht alle Kommunen diese vier Sonn­tags­öff­nungen ausschöpfen können, weil es an einem Anlass fehlt.
Immer wieder hat die Recht­spre­chung darauf hinge­wiesen, dass die begrün­dende Veran­stal­tung der „Publi­kums­ma­gnet“ sein muss – nicht aber die geöff­neten Geschäfte. Diese Verknüp­fung möchte die CSU laut ihrem Wahl­pro­gramm für die Bundes­tags­wahl 2021 aufbre­chen und möchte es bei der Beschrän­kung auf vier verkaufs­of­fene Sonn­tage belassen:

Wir wollen attrak­tive Innen­städte. (…) Wir wollen gene­rell vier verkaufs­of­fene Sonn­tage je Jahr ermög­li­chen. Sie sollen künftig nicht mehr von Märkten, Messen und Veran­stal­tungen abhängig sein.

Ein Wegfall des Anlass­be­zugs bricht mit allen bishe­rigen Rege­lungen. Hier droht eine Verviel­fa­chung der Sonn­tags­öff­nungen, weil nicht nur alle Kommunen die Möglich­keiten ausschöpfen könnten, sondern weil es auch keine räum­liche Begren­zung der Laden­öff­nung mehr geben wird“, warnt Peter Ziegler, der Landes­vor­sit­zende der KAB Bayern.
„Es ist für uns unver­ständ­lich, dass ein Kulturgut, das gerade von vielen Chris­tinnen und Christen nach­haltig geschätzt wird, hier ohne Not aufs Spiel gesetzt wird. Bislang war klar, dass auch in der CSU der arbeits­freie Sonntag eine große Bedeu­tung hat. Es wäre zu schade, wenn sich das nun ändern sollte.“

 

Die Katho­li­sche Arbeit­nehmer-Bewe­gung (KAB) ist ein Sozi­al­ver­band in Deutsch­land, Öster­reich und der Schweiz, der seine Wurzeln in der christ­li­chen Arbei­ter­be­we­gung des 19. Jahr­hun­derts hat. Sie entstand in Deutsch­land aus dem Zusam­men­schluss von Arbei­ter­ver­einen durch Unter­stüt­zung des Mainzer Bischofs Wilhelm Emma­nuel von Ketteler. Die KAB ist Teil der Welt­be­we­gung Christ­li­cher Arbeiter (WBCA) und steht in der Tradi­tion der katho­li­schen Arbei­ter­ver­eine des 19. Jahr­hun­derts. (wikipedia.org)

 

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